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CS2 AmStart Nr. 17

 Für viele Anwendungszwecke muss nicht gleich eine komplett neue Applikation entwickelt werden. Oft kann man für Kernfunktionalitäten auch auf Stan- dardlösungen zurückgreifen. Standardapplikationen sind heute nicht mehr so monolithisch und unflexi- bel wie sie vielleicht früher einmal waren. Moderne Standardlösungen sind in weiten Bereichen auf die eigenen Bedürfnisse anpassbar, sei es durch umfas- sende Konfiguration oder Erweiterbarkeit mit eigenen Modulen. Harmoniert die vorhandene Infrastruktur im Unternehmen jedoch nicht mit einer Standardapplika- tion oder lassen sich die Abläufe im Unternehmen mit ihr nicht genau modellieren, kann sich der Aufwand für die notwendigen Anpassungen und Erweiterungen der Standardsoftware dem Aufwand für eine mass- geschneiderte Neuentwicklung annähern. Gerade bei sehr speziellen Anforderungen, wenn zum Beispiel die Geschäftsprozesse selber einen Unique Selling Point (USP) darstellen, ist es möglich, dass diese durch eine Standardapplikation nicht ausreichend darstellbar sind. In diesem Fall ist zu einer individu- ellen Lösung zu raten, auch wenn der zeitliche und finanzielle Aufwand in diesem Fall höher wäre. Auch strategische Gründe können hier eine Rolle spielen. Innovation schafft Vorsprung im Wettbewerb, insbe- sondere dann, wenn dabei optimierte Verfahrenswei- sen entstehen. Wer auf Standardlösungen setzt, nutzt damit die gleichen Wege wie andere Anbieter und dadurch laufen aber eben auch die Prozesse in den Unternehmen entsprechend ähnlich ab. Das kann es erschweren, durch innovationsorientiertes Prozess- management entscheidende Wettbewerbsvorteile zu erzielen.  Wenn ein Grossteil der Kernanforderungen durch eine gereifte Standardapplikation allerdings schon ab- gedeckt wird, spricht nichts gegen ihren Einsatz. Mit Standard-Lösungen können Projekte sehr schnell und kostengünstig realisiert werden. Sie sind sofort verfüg- bar, erprobt und in ihrer Funktionalität ausgereift. Es muss also nicht erst noch viel Zeit in die Entwicklung grundlegender Funktionen gesteckt werden. Standard- Software aus dem Open-Source-Bereich ist hierbei besonders kostengünstig einsetzbar, da keine grund- legenden Anschaffungs- oder Lizenzkosten anfallen. Zusätzlich zum beträchtlichen Umfang der Basisfunk- tionen können, wie zum Beispiel bei TYPO3, dann je nach Individualanforderung auch Erweiterungen programmiert und nahtlos in die Standardlösung inte- griert werden. Zudem haben Open-Source Standardlö- sungen noch den Vorteil, dass der gesamte Quellcode offen liegt und das System notfalls sogar auf dieser Ebene angepasst oder erweitert werden kann.  Egal, wofür man sich aber später entscheidet, wichtig ist vor allem der Aspekt der Investitionssi- cherheit. Die Applikation sollte nicht nur kompatibel mit den aktuellen Systemen sein, auch neue Technolo- gien sollten sich, soweit absehbar, integrieren lassen. Macht man sich dabei ausserdem von einem Anbieter abhängig oder liegt die komplette Kontrolle über das Projekt in der eigenen Hand? Wie hoch ist der Bedarf an Ressourcen für Wartung und Pflege des Systems? Wie sieht es aus mit Updates und Patches für akut auf- tretende Sicherheitsprobleme?  Es muss also gut überlegt werden, was für ein Unternehmen am besten ist – nur so kann eine Webapplikation nachhaltig eingesetzt werden. Ist die Entscheidung für eine Webapplikation ge- fallen, stellt sich die Frage, ob die anstehenden Aufgaben mit Standardapplikationen zu bewältigen sind oder ob eine individuelle, massgeschneiderte Lösung entwickelt werden muss. Diese Frage lässt sich allerdings nicht pauschal beantworten. Vielmehr geht es darum, genau abzuwägen, welche Anforderungen erfüllt werden müssen und welche Vor- und Nachteile sich jeweils ergeben. 06 07 www.cs2.ch 06 07 www.cs2.ch

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