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Zweiblog-Artikel

PDF im Web: Vorsicht SEO-Fallen

Mobile Corporate Websites Analyse
Nov 07,2019

PDF im Web: Vorsicht SEO-Fallen

Welche Dokumente gehören als PDF auf eine Website und wann ist es sinnvoller, die Inhalte als normale Website zu veröffentlichen? Dieser Frage wollen im folgenden Artikel auf den Grund gehen.

Wenn Inhalte bereits als Office-Dokument oder in gedruckter Form vorliegen, ist es sinnvoll, diese Inhalte als PDF-Dokument auf der Website zu veröffentlichen. Diese Methode ist wesentlich effizienter, als wenn Sie den Inhalt als normale Website vorbereiten müssen, insbesondere für längere Texte mit vielen Bildern. Aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung und Benutzerfreundlichkeit sind PDF-Dokumente jedoch nicht optimal.

PDF stammen aus der Welt der Printmedien. Sie ermöglichen es, ein Dokument 1: 1 auf einem Bildschirm anzuzeigen oder auszudrucken, einschliesslich Layout, Bildern, Schriftarten und allem, was dazu gehört. Seit einigen Jahren erlauben uns viele Tools und Geräte (sogar mit dem Smartphone) PDF-Dokumente zu erstellen, oder wenn ein Dokument in Papierform vorliegt, in ein PDF-Dokument zu konvertieren.

SEO

So praktisch PDF-Dokumente auch sein mögen, sie haben mehrere Nachteile in Bezug auf die Suchmaschinenoptimierung. Wenn Sie also die Wahl zwischen einem HTML-Dokument (d.h. einer Webseite) und einem PDF-Dokument haben, ist das HTML-Dokument im Zweifelsfall die bessere Alternative.

Sie hören immer noch gelegentlich, dass Google PDF-Dokumente überhaupt nicht indiziert werden können oder sie aufgrund eines schlechteren Rankings gegenüber HTML-Dokumenten benachteiligt sind. Beide Aussagen sind nicht wirklich wahr, aber sie weisen auf die beiden entscheidenden Punkte hin, die wir betrachten müssen.

Google

Werden PDF-Dokumente von Google indiziert? Beginnen wir mit der Frage, ob der Google Bot überhaupt PDF-Dokumente lesen kann. Hier muss zwischen PDF-Dokumenten, die echten Text enthalten, und solchen, die nur Text in Form eines Bildes enthalten, unterschieden werden. Letzteres ist typisch für gescannte Dokumente, zumindest wenn der Scan nicht mit einer OCR-Funktion nachbearbeitet wurde.

Der Google Bot hat praktisch keine Probleme mit PDF-Dokumenten, die echten Text enthalten. Auch PDF-Dokumente, die Text in Form eines Bildes enthalten, können von Google in der Zwischenzeit mit OCR nachbearbeitet und anschliessend ausgewertet werden. Wie gut dies funktioniert, hängt natürlich von der Qualität des Scans ab. Google ist wahrscheinlich auch nicht unbedingt daran interessiert, die Webseitenbetreiber von der rechenintensiven Texterkennung zu entlasten.

Das heisst nicht, dass PDFs mit eingebetteten Scans nicht gefunden werden können - mit einem Beispiel können Sie sich leicht vom Gegenteil überzeugen. Die Suchmaschinenoptimierung basiert jedoch auf dem Prinzip, Inhalte für den Google Bot optimal aufzubereiten.

Ranking

PDF-Dokumente werden also grundsätzlich indiziert. Aber erscheinen sie auch auf den besten Plätzen auf den Google-Suchergebnissen? Entscheiden ist ja eigentlich, ob ein HTML-Dokument oder ein PDF-Dokument für den Benutzer relevanter ist. Aber Google äussert sich nicht eindeutig dazu.

Wie wir aus eigener Erfahrung wissen, enthalten Suchergebnisse auch PDF-Dokumente, selbst an den oberen Stellen. In dieser Hinsicht haben PDF-Dokumente auch eine grundlegende Chance auf ein gutes Ranking. Allerdings sind einige Aspekte entscheidend dafür: Dokumentgrösse (Ladegeschwindigkeit!), Mobile-Tauglichkeit, Links (in beide Richtungen), SEO-Qualität (auch PDF-Dokumente können für Suchmaschinen optimiert werden: Dateinamen, Alternativtexte für Bilder oder Metadaten).

Usability

PDF-Dokumente haben auch ihre Besonderheiten in Bezug auf die Benutzerfreundlichkeit. Und wenn es Ihnen wichtig ist, dass Inhalte nicht nur gefunden, sondern auch gelesen werden, sollten Sie sorgfältig überlegen, ob Sie diese Inhalte als PDF- oder HTML-Dokument ins Netz stellen.

Eine dieser Eigenheiten ist, dass Sie die Website verlassen, sobald Sie ein PDF-Dokument öffnen. In der Vergangenheit war es sogar erforderlich, von einem Webbrowser zu einem PDF-Reader zu wechseln, um ein PDF-Dokument zu verwenden. Heutzutage können Webbrowser auch PDF-Dokumente anzeigen, aber Sie befinden sich immer noch nicht auf der Website. So werden beispielsweise die Navigation, etwaige Teaser oder die Fusszeile nicht mehr angezeigt. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit, dass ein Besucher auf der Website bleibt und mehr Inhalte konsumiert.

Eine weitere Besonderheit von PDF-Dokumenten besteht darin, dass sie in der Regel so angeordnet sind, wie es ein gedrucktes Dokument wäre. Dies ist logisch, da der PDF-Standard ursprünglich für diesen Zweck entwickelt wurde. Aber was im Druck perfekt aussieht, ist auf dem Bildschirm oft schwierig zu verwenden.

Mehrspaltige Layouts in einer PDF-Datei sind viel schwieriger zu navigieren als eine einspaltige Website: Sie müssen in mehrere Richtungen scrollen und den Verbindungspunkt in der nächsten Spalte finden. Auf dem kleinen Display eines Smartphones ist die Schrift in einem PDF fast immer zu klein, sodass Sie ständig zoomen und viel mehr scrollen müssen. Webseiten (zumindest seit es Responsive Webdesign gibt) passen sich automatisch an den jeweiligen Bildschirm an - PDFs hingegen haben ein starres Layout und überlassen die gesamte Arbeit dem Benutzer. Dies ist nicht benutzerfreundlich.

Wir haben bereits erwähnt, dass PDF-Dokumente im Zusammenhang mit der Suchmaschinenoptimierung oft viel grösser sind als entsprechende HTML-Dokumente. Und es ist leicht zu verstehen, dass lange Ladezeiten die Benutzerfreundlichkeit beeinträchtigen. Wenn Sie also Ihre PDF-Dokumente nicht auf wenige hundert KB komprimieren können, sollten Sie aus Gründen der Benutzerfreundlichkeit lieber komplett darauf verzichten.

Fazit

Es gibt zahlreiche Gründe, PDF-Dokumente im Web nicht zu verwenden. In vielen Situationen ist es hingegen durchaus sinnvoll. Wenn zum Beispiel der Inhalt hauptsächlich zum Drucken bestimmt ist, muss er unbedingt als PDF angeboten werden - dies garantiert, dass der Ausdruck wie vorgesehen aussieht. Dies gilt auch für viele weitere Anwendungen aus dem klassischen Print-Bereich. Wenn Sie die oben genannten Kriterien berücksichtigen, wird sich die richtige Umsetzung abzeichnen.